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Garnelen-Arten

Amanogarnele: Haltung, Wasserwerte und Pflege im Aquarium

Die Amanogarnele (Caridina multidentata) ist die wohl bekannteste Garnele der Aquaristik. Und das völlig zu Recht. Kaum ein anderes Tier hält Aquarien so zuverlässig frei von Algenbelägen, und kaum eine andere Garnelenart ist so robust, langlebig und unkompliziert. Benannt ist sie nach dem japanischen Aquascaping-Pionier Takashi Amano, der sie in den 1980er Jahren in großem Stil zur Algenkontrolle in seinen Naturaquarien einsetzte.

Trotz ihres guten Rufs gibt es bei der Amanogarnele-Haltung ein paar Punkte, die viele unterschätzen: Die Tiere werden mit bis zu sechs Zentimetern deutlich größer als Zwerggarnelen, brauchen entsprechend Platz und lassen sich im Süßwasseraquarium nicht vermehren. Wer diese Eigenheiten kennt, bekommt dafür einen der besten und dankbarsten Aquarienbewohner überhaupt.

In diesem Portrait erfährst du alles über Herkunft, Ansprüche, Wasserwerte, Fütterung und Vergesellschaftung der Amanogarnele. Inklusive der Frage, warum ihre Zucht so besonders ist.

Steckbrief: Die Amanogarnele im Überblick

Merkmal Details
Wissenschaftlicher Name Caridina multidentata
Herkunft Japan, Taiwan
Größe Weibchen bis 6 cm, Männchen bis 4 cm
Lebenserwartung 5 Jahre und mehr
Aquariengröße ab 54 Liter / 60 cm Kantenlänge
Temperatur 18 bis 28 °C
pH-Wert 6,5 bis 7,8
Gesamthärte 6 bis 20 °dGH
Verhalten friedlich, tagaktiv, gesellig

Auffällig ist der transparente Körper mit der charakteristischen Reihe rötlich-brauner Punkte an den Flanken. Weibchen erkennst du an der Größe, dem längeren, unteren Punktemuster in Strichform und dem gut sichtbaren Eifleck im Nacken.

Warum die Amanogarnele der beste Algenfresser fürs Aquarium ist

Amanogarnelen fressen Algen nicht nebenbei. Sie arbeiten regelrecht. Eine Gruppe von zehn Tieren weidet ein 60-Liter-Aquarium in wenigen Tagen sichtbar ab. Besonders zuverlässig gehen sie an weiche Grünalgen, Fadenalgen im Anfangsstadium und Algenbeläge auf Pflanzen, Wurzeln und Steinen. Selbst frisch gepflanzte Aquascapes lassen sich mit ihnen weitgehend algenfrei durch die kritische Anfangsphase bringen.

Wichtig für realistische Erwartungen: Auch Amanogarnelen sind keine Wundermittel. Stark verkalkte Pinselalgen oder ausgewachsene Fadenalgenpolster rühren sie kaum noch an, und ein überdüngtes Aquarium können sie nicht retten. Sie sind ein Baustein der Algenkontrolle. Die Ursachen musst du trotzdem angehen. Mehr dazu liest du im großen Ratgeber über Algen im Aquarium.

Alles Wichtige über die Amanogarnele zeigt dir dieses ausführliche Portrait-Video:

Haltung: Das braucht die Amanogarnele im Aquarium

Wegen ihrer Größe und Aktivität solltest du Amanogarnelen erst ab einer Aquarienlänge von 60 Zentimetern (54 Liter) halten. Die Tiere sind ausgesprochen gesellig. Eine Gruppe ab sechs, besser zehn Tieren zeigt das natürliche, selbstbewusste Verhalten, für das die Art bekannt ist.

Bei der Einrichtung gilt dasselbe wie für alle Garnelen: Struktur schafft Sicherheit. Wurzeln, Steine, Moose und dichte Randbepflanzung bieten Weideflächen und Rückzugsorte für die Häutung. An die Wasserwerte stellt die Amanogarnele geringe Ansprüche und kommt mit den meisten Leitungswässern zurecht. Entscheidend sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser und Nitrit bei dauerhaft null. Wie du deine Werte im Griff behältst, erklärt der Artikel Wasserwerte für Garnelen.

Ein Punkt wird oft übersehen: Amanogarnelen sind talentierte Kletterer und nachts erstaunlich wanderfreudig. Offene Aquarien mit Kabeldurchführungen direkt an der Wasseroberfläche solltest du im Blick behalten oder absichern.

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Fütterung der Amanogarnele

In einem gut eingefahrenen Aquarium versorgen sich Amanogarnelen weitgehend selbst: Algen, Biofilme, abgestorbene Pflanzenteile und Futterreste der Fische decken den Grundbedarf. Trotzdem solltest du gezielt zufüttern, sobald der Algenbestand sichtbar abnimmt. Hungrige Amanos vergreifen sich sonst gelegentlich an feinen Pflanzen wie Moosen.

Ideal sind hochwertiges Garnelenfutter, braunes Herbstlaub, überbrühtes Gemüse und ab und zu eine Proteinkomponente. Typisch für die Art: Am Futterplatz greifen sich Amanogarnelen gern das größte Stück und tragen es im Sprint davon. Bei Gesellschaftsaquarien mit Fischen solltest du an mehreren Stellen gleichzeitig füttern, damit alle Tiere etwas abbekommen. Ausführliche Tipps findest du im Ratgeber Garnelen füttern.

Vergesellschaftung: Amanogarnelen mit Fischen und Garnelen

Dank ihrer Größe ist die Amanogarnele deutlich unempfindlicher gegenüber Fischen als kleine Zwerggarnelen. Mit friedlichen Schwarmfischen wie Bärblingen, kleinen Salmlern, Otocinclus oder Panzerwelsen funktioniert die Kombination im strukturierten Aquarium hervorragend. Auch mit allen Zwerggarnelen und Schnecken verträgt sie sich problemlos. Kreuzungen mit Neocaridina oder Bienengarnelen sind ausgeschlossen.

Vorsicht ist bei räuberischen und großmäuligen Arten geboten: Buntbarsche, große Fadenfische oder Kugelfische sehen auch in einer ausgewachsenen Amanogarnele Beute. Und selbst im friedlichen Aquarium bleibt die Garnele direkt nach der Häutung verwundbar und braucht sichere Verstecke.

Zucht: Warum sich Amanogarnelen im Süßwasser nicht vermehren

Der größte Unterschied zu Neocaridina: Amanogarnelen gehören zum sogenannten primitiven Fortpflanzungstyp. Die Weibchen tragen zwar regelmäßig hunderte winziger Eier, doch die schlüpfenden Zoea-Larven benötigen zwingend Brack- bis Meerwasser, um sich zu entwickeln. Im Süßwasseraquarium sterben sie nach wenigen Tagen.

Die Nachzucht ist möglich, aber aufwendig: Larven müssen kurz nach dem Schlupf in Salzwasser überführt, dort mit Staubfutter und Mikroalgen ernährt und nach der Metamorphose langsam wieder ans Süßwasser gewöhnt werden. Wie das in der Praxis funktioniert, siehst du hier:

Für die allermeisten Aquarianer heißt das: Amanogarnelen kauft man als Nachzuchten vom Züchter. Dafür gibt es im Aquarium nie eine unkontrollierte Massenvermehrung.

LM

Profi-Tipp

Lucas Müller · GarnelenTv

Füttere Amanogarnelen immer zur selben Uhrzeit an derselben Stelle. Die Tiere lernen das innerhalb einer Woche und warten dort. So siehst du täglich deine komplette Gruppe auf einen Blick und bemerkst sofort, wenn ein Tier fehlt oder apathisch ist. Das ist der früheste Krankheitsindikator, den es gibt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Amanogarnelen sollte ich halten?

Mindestens sechs, besser zehn Tiere. In der Gruppe sind Amanogarnelen deutlich aktiver, mutiger und zeigen ihr volles Verhalten. Als Faustregel für die Algenkontrolle gilt: etwa eine Amanogarnele pro fünf bis zehn Liter Aquarienvolumen.

Fressen Amanogarnelen auch Fadenalgen?

Junge, weiche Fadenalgen ja. Alte, zähe Polster meist nicht mehr. Bei akuten Fadenalgenproblemen kombinierst du die Tiere am besten mit einer Ursachenbekämpfung über Nährstoffkontrolle und angepasste Beleuchtung.

Sind Amanogarnelen für Anfänger geeignet?

Ja, sie gehören zu den robustesten Garnelen überhaupt. Einzige Bedingungen: ein eingefahrenes Aquarium ab 54 Litern und kupferfreies Wasser.

Warum verliert meine Amanogarnele die Farbe?

Blasse oder milchige Tiere sind oft ein Zeichen von Stress, schlechten Wasserwerten oder einer anstehenden Häutung. Prüfe zuerst Nitrit und Nitrat und beobachte, ob sich das Tier normal verhält.

Wo kann ich Amanogarnelen kaufen?

Am besten beim spezialisierten Händler mit gesicherter Herkunft, zum Beispiel im GarnelenTv-Shop. Dort kommen die Tiere mit Lebendankunft-Garantie direkt aus der eigenen Anlage.

Ein Muss für fast jedes Aquarium

Die Amanogarnele vereint alles, was man sich von einem Nutztier im Aquarium wünscht: unermüdlicher Algenfresser, robust, langlebig, friedlich und dabei spannend zu beobachten. Wer ihr ein Aquarium ab 54 Litern, eine Gruppe von Artgenossen und stabile Wasserwerte bietet, bekommt einen Mitbewohner, der über Jahre zuverlässig seinen Dienst tut. Nicht umsonst gehört sie seit Takashi Amanos Zeiten zur Standardbesatzung fast jedes Naturaquariums.